DIE VISION

Wir haben das unglaubliche Glück, seit Oktober 2018 ein riesiges Anwesen nutzen zu dürfen, welches tatsächlich mehr als perfekt zu unserer Vision passt. Wir sind aktuell dabei unsere Ideen und Pläne nach und nach umzusetzen…

 

 

ZIEL – Was wollen wir erreichen?

Die gute Stube e.V. schafft in München einen Raum, in dem Senioren und alle die es werden wollen, jeden Tag etwas Neues kennenlernen, aktiv ihre Fähigkeiten einbringen und gemeinsam ein abwechslungsreiches Programm gestalten.

Wir sind eine gemeinnützige Einrichtung, die durch ein bunt gemischtes Programm frische Impulse gibt und neue Betätigungsfelder anbietet. Wir gestalten gemeinsam DIE Alternative zum heimischen Fernsehsessel und dem trostlosen Single-Mikrowellengericht!

In der guten Stube mitmachen bedeutet am Leben teilnehmen, sich einbringen, gebraucht werden und mitgestalten.

Kurz gesagt: Wir sind der Verein gegen Einsamkeit, Einrosten und übereiltes Ableben in München.

Wir möchten uns durch stetiges Spenden sammeln, Sponsoring und Mitgliedsbeiträge finanzieren.

MOTIVATION – Warum tun wir das?

Einsamkeit und Monotonie sind für viele Senioren Alltag, gerade im städtischen Gebiet, in dem sich Nachbarschaft oft nur auf ein „Hallo“ im Treppenhaus beschränkt.

Plötzlich findet man sich in Rente oder Pension wieder und hat endlich alle Zeit der Welt, aber inzwischen vergessen, wie es ging, etwas mit sich selbst anzufangen. Der Partner ist verstorben, Freunde sind verzogen und die Kinder, wenn es welche gibt, sind schon seit Jahren weit weg und kommen gerade noch zu Weihnachten vorbei – falls sie keine eigene Familie haben.

So sind viele Senioren ganz auf sich allein gestellt. Langfristig macht dieser Alltag krank – psychisch ebenso wie physisch. (Einsamkeitsstudie, Prof. Dr. Beutel, Uniklinik Mainz, 2017)

In München kommen statistisch auf 100 Kinder und Jugendliche schon etwa 145 alte Menschen, die sich aufgrund geringer Rentenanpassungen und steigenden Preisen immer weniger leisten können. Selbst die, die noch nicht ganz arm sind, verkriechen sich und sparen aus Angst, sich nach künftigen Preiserhöhungen oder dem nächsten kalten Winter noch weniger leisten zu können. Die Angst vor Altersarmut wird daher oft vom Rückzug aus dem sozialen Leben begleitet.

Gerade die gutbürgerliche Mittelschicht leidet still im Fernsehsessel vor sich hin – oft haben sie Hemmungen sich kirchlichen oder staatlichen Angeboten anzuschließen – „Das ist toll und notwendig, dass es so was für die armen, kranken, behinderten, schwulen, evangelischen usw. gibt, aber ich selbst brauch doch keine Almosen, außerdem hab ich ja zum Glück keins von diesen komischen Problemen!“

Wir müssen für heutige Senioren und alle, die noch ein längeres Stück Zukunft vor sich haben, jetzt handeln, damit niemand mit Schrecken ans Alter denken muss!

PHILOSOPHIE – Wen wollen wir erreichen?

Künftige Senioren entsprechen nicht mehr dem typischen Bild der strickenden Dauerwellen-Omi in Kittelschürze! Jetzt kommen Menschen ins Alter, die „Lifestyle“ und „Coolness“ erfunden haben – wie z.B. Skateboardpionier Titus, geboren 1948. Unser Projekt ist abseits der angestaubten Tanz- und Flötenkreisveranstaltungen zukunftsweisend. Die strickende Omi wird sich sicherlich auch bei uns aufhalten, aber wir müssen uns sehr bald (JETZT!) auf alternde HipHopper oder Gothic-Tanten ebenso einstellen wie auf Pokémon jagende Opis.

Unser Angebot soll vor allem Senioren ohne existenzielle Sorgen unterstützen. Das heißt wir bieten keine Hilfe in gesundheitlichen Fragen, bei der Bezahlung der nächsten Miete und Mahlzeit oder ähnlichen Sorgen an. Wir bieten vielmehr einen Raum, der durch ein abwechslungsreiches Programm zum Mitmachen einlädt, unabhängig von bestehenden Alterserscheinungen. Ob Dosenwerfen, die Analyse alter und neuer HipHop-Texte, eine Skateboard-Challenge oder ein Kabarett über Trumps neueste Tweet’s, wichtig ist, dass die Senioren etwas anderes als Alltag erleben um geistig und körperlich so lange wie möglich fit zu bleiben. So bilden sich auch Netzwerke in denen die Menschen nacheinander fragen, sich gegenseitig Hilfe und Unterstützung in- und außerhalb der guten Stube anbieten oder sich einfach nur kennen.

UMSETZUNG – Wie wollen wir das erreichen?

Wir wollen mit der guten Stube einen Ort schaffen, der zunächst an vier Tagen in der Woche geöffnet hat.

Eine typische Woche in der guten Stube beginnt am ersten Tag mit dem basteln, bauen, zeichnen oder aufführen der kreativen Idee der Woche. Am zweiten Tag überprüfen wir Life Hacks auf ihre Praxistauglichkeit. Am dritten Tag stärken wir uns mit dem backen oder Kochen des Rezepts der Woche und zu guter Letzt stimmen alle Teilnehmer über das aktuellste, interessanteste oder lustigste Thema ab, mit dem wir uns am vierten Tag beschäftigen wollen.

Auch an Feiertagen wie Silvester, Weihnachten, Ostern, etc., wollen wir eine Anlaufstelle für diejenigen sein, denen zuhause die Decke auf den Kopf fällt, und eine Möglichkeit zum Bleiben und gemeinsamen Feiern bieten.

Wie „Die gute Stube“ in drei Jahren aussehen soll, wird im Folgenden näher beschrieben (Zielbild):

Wir habe eine Immobilie in München zu einer stilvollen, multioptionalen Einrichtung umgestaltet und in Betrieb genommen.

Unser Ziel ist ein großes, barrierefreies Gebäude direkt an einem gut erreichbaren Punkt (U-Bahn) im Münchner Norden: diverse, baulich getrennte Räume, Nutzflächen, barrierefreier Zugang/Toiletten und Keller/Abstellmöglichkeiten. Besonders in den warmen Monaten benötigen wir ein wenig Freifläche davor oder dahinter.

Kreativwerkstatt, Wohnküche, Kräutergarten und ein günstiges Begegnungs-Bistro, welches auch Mittagstisch-Kunden aus umliegenden Büros oder Geschäften anzieht, sind nur ein paar der Attraktionen, die unsere Einrichtung den Gästen und Besuchern bieten möchte. Ideen haben wir unzählige, was umgesetzt werden kann und wo wir doch noch eins drauf setzen können, hängt natürlich von Spendeneinkünften und der Sponsoring-Bereitschaft Münchner Unternehmen ab.

DAS PROGRAMM

Jede Woche soll es zunächst, wie oben beschrieben, vier feste Termine geben, an denen z.B. Quizveranstaltungen, Bewegungsspiele, Strickkurse, Spiel-Wettkämpfe, Bastelworkshops, kleine Kochevents oder informative Vorträge (keine Heizdeckenverkäufe!!!) stattfinden.

Einmal im Monat wollen wir ein großes Event organisieren – Kabarett, Lesung, Live-Band, Theater, Kleinkunst, uns selbst feiern etc. …

Neben unserem Sommerfest, der Weihnachtsfeier oder Silvester, wollen wir auch Feste anderer Kulturen aufgreifen, gemeinsam mit unseren Gästen diese Traditionen kennenlernen und das Besondere und Fremde zusammen feiern und genießen.

Das Programm richtet sich dabei hauptsächlich nach den Interessen und Fertigkeiten unserer Gäste.

PERSONAL

Im Zeitbild möchten wir fünf Arbeitsplätze schaffen. Es soll ein Sozialarbeiter eingestellt werden, der beginnende Altersproblemchen unserer Gäste erkennt (oder zugetragen bekommt) und sich mit den betroffenen Personen auseinandersetzt. Wir möchten diese „Falls-mal-was-ist-Beratung“ nicht an die große Glocke hängen oder gar Werbung damit machen, da es abschreckend auf die Gäste wirken könnte, „so“ umsorgt zu werden. Dennoch ist es unausweichlich, jemanden mit Fachkenntnis im Hintergrund zu haben, der Hilfsstrategien entwickeln kann und auf sinnvolle Angebote außerhalb unserer Einrichtung verweist. Ferner soll der Sozialarbeiter den Verein dabei unterstützen, Fördergelder zu beantragen und an Ausschreibungen teilzunehmen.

Zudem brauchen wir einen Koch für das Bistro (fester Zeitrahmen, Selbstbedienung, bei Bedarf natürlich durch ehrenamtliche Helfer assistiert), um täglich frischen Mittagstisch anbieten zu können.

Drei Personen sollen sich um die alltäglichen Belange der Einrichtung, die Veranstaltungsplanung/-durchführung, das Umsorgen vorhandener und das Akquirieren weiterer Sponsoren kümmern.

Damit zu jeder Zeit für jeden Fall jemand Hilfestellung bieten kann, werden wir auch jederzeit etwa drei ehrenamtliche Helfer in der Einrichtung haben, die den Senioren zur Hand gehen, um z.B. die Kaffeetasse zum Tisch zu bringen, oder um erklären zu können, wie unser Infobrett funktioniert oder wie man ein neues Angebot nutzt.

DER SALON 

Wie ein typisches Herrenzimmer soll er wirken, unser Salon. Mit den dunklen Ledermöbeln und dem schweren Teppich sieht er beinahe aus, als wäre er einer Filmkulisse entsprungen. Zigarren und Whisky wird man hier aber vergeblich suchen, da wir keinen Alkohol ausschenken werden. Die großen Bücherregale laden zum Lesen und Büchertauschen ein. Klassische Brett- und Kartenspiele sind hier gerne gesehen. An zwei Schreibtischen stehen Computer mit Druckern für die Gäste zur Verfügung. Das knisternde Kaminfeuer verwandelt sich auf Knopfdruck in einen großen Bildschirm, an dem die Senioren mit interaktiven Spielekonsolen spielen, an Webinaren teilnehmen oder sich via Videokonferenz weltweit austauschen können.

VR-Brillen, 3-D-Druck, Smartbuttons oder ähnliche Innovationen sollen die Senioren nicht nur beschrieben bekommen, sie sollen sie erleben und testen dürfen!

DAS BISTRO

Unser Knotenpunkt zur Außenwelt – und, noch wichtiger: die Akquirierungsstelle zukünftiger Senioren.

Um auch Menschen, die sich zu jung fühlen, um alt zu sein, und zu reich, um arm zu sein, einen Grund zu geben, zu uns herein zu kommen, möchten wir ein Bistro anschließen.

Wir haben für das Bistro ein einfaches Konzept erarbeitet, das uns erlaubt, einen täglich frisch gekochten Mittagstisch für kleines Geld anzubieten. Ebenso sollen eine Auswahl einfacher Getränke – z.B. Filterkaffee, Tee und Apfelschorle – um den Selbstkostenpreis zu haben sein, Wasser gibt es kostenlos an jedem Tisch (Senioren und viele, die es werden wollen, trinken zu wenig!!!).

Neben dem Mittagstisch (begrenzter Zeitrahmen) gibt es auf jeden Fall auch rund um die Uhr ein leckeres Emmentaler-Käsebrot für 1,00 € mit Butter, Zwiebelringen, einem Hauch Paprikapulver uuuuund einem Petersilienröschen!!! Genau!

Nachhaltigkeit ist uns wichtig und wir werden im Bistrobetrieb bei Mitnahmegerichten/-getränken ausschließlich mit wiederverwendbarem Pfand-Geschirr arbeiten, welches z.B. in unserer Werkstatt von Gästen mit unserem Logo bedruckt wurde.

Das Bistro soll kostendeckend arbeiten.

DIE WOHNKÜCHE

Neben „einfach, günstig, schnell“-Kochkursen sollen unsere Gäste selbst aktiv werden, sich zusammentun und Vorschläge einbringen. Im Sommer können Marmeladen gekocht oder Vorräte eingemacht werden, im Winter werden Plätzchen gebacken. Leckere Bratäpfel dürfen natürlich auch nicht fehlen!

Wer keine Lust aufs Bistro hat, kann sich hier auch etwas Mitgebrachtes erwärmen, oder man sitzt einfach nur zusammen, weil eine Küche oft als noch gemütlicher empfunden wird als ein Wohnzimmer.

DAS KLEINE LÄDCHEN

Zur Weihnachtszeit werden wir Plätzchen herstellen. Im Rest des Jahres Kekse, Kuchen oder andere Kleinigkeiten, die hier gegen Spenden an den Mann oder die Frau gebracht werden.

Unser Lädchen kann auch dazu genutzt werden, Floh- oder Handarbeitsmärkte abzuhalten, alten oder jungen Künstlern eine Präsentationsfläche zu bieten oder innovative Ideen vorzustellen.

DIE WERKSTATT

Neben regelmäßig stattfindenden kreativen Kursen soll unsere Werkstatt auch die Möglichkeit bieten, etwas zu reparieren oder ein Geschenk zu basteln. Sicherlich werden sich auch ein Strickkreis oder eine Häkelgruppe bilden. Mit etwas Eigeninitiative der Gäste, die sich mit ihrem Können und ihren Ideen einbringen dürfen und sollen, kann sogar ein Repair-Cafe entstehen.

Es wäre wunderbar, wenn unsere Gäste Spaß daran hätten, auch in der Werkstatt Dinge herzustellen, die dann im kleinen Lädchen verkauft werden und deren Erlös unserer guten Stube zugutekommt.

DER GARTEN

Egal wie groß oder klein, ein paar Pflanzen, um die man sich kümmern kann, oder die einen einfach nur erfreuen, müssen sein. Ob als urban-gardening-Experiment, oder als bestellbarer Boden – wir wären überglücklich, wenn wir unseren Gästen ein kleines Stück Natur zum Selbstgestalten bieten könnten.

DIE BÜHNE

Kleinkunst, Kabarett, Live-Musik oder Ü60-Party. Möglichst regelmäßig sollen in unseren Räumlichkeiten abwechslungsreiche Veranstaltungen angeboten werden. Ob es dafür eine eigene Bühne geben muss, oder nur ein paar Stühle weggeräumt werden, wird die künftige Raumgestaltung zeigen.